Wohnen im "Haus Alia"

 

Haus Alia Haus Alia

Wohnangebot und Standort

Das Haus Alia, lat. „auf anderem Wege“ befindet sich im Hanseviertel auf der Salzwedelerstraße 23-25, in einem Neubaugebiet in Wesel.

Es liegt relativ zentrumsnah, etwa vier Kilometer bis zur Stadtmitte. Eine Haltestelle für öffentliche Verkehrsmittel in Richtung Zentrum befindet sich in einem Kilometer Entfernung. Schnell ist auch das Naherholungsgebiet Auesee mit Strandbad, Freibad, Minigolf-Anlage, Segelflughafen, Yachthafen, Kneipen und Restaurants sowie Möglichkeiten zum Radfahren und Spazierengehen zu erreichen.
Es handelt sich um ein Doppelhaus mit einer Gesamtwohnfläche von 240 Quadratmetern auf einem 1200 Quadratmeter großen Gartengrundstück. Dieses Haus bietet Platz für sechs Menschen, die jeweils in Einzelappartements mit eigenem Bad und Kochgelegenheit wohnen. Die Größe der Appartements beträgt 18 bis 21 Quadratmeter. Zusätzlich gibt es im Erdgeschoss eine Gemeinschaftsküche und ein großes Wohnzimmer im Dachgeschoss.
Die individuelle Möblierung des Hauses schafft eine angenehme und gemütliche Atmosphäre.
Das Haus Alia versteht sich als ein „offenes Haus“, in dem es keine Ausgangsbeschränkungen gibt und jeder Bewohner seine Schlüssel für sein Appartement und die Hauseingangstür erhält. Besuche von Angehörigen und Freunden sind nicht nur erlaubt, sondern willkommen.

Versorgungsgebiet

Spix dient vorrangig der psychosozialen Regionalversorgung des Kreises Wesel.
In Einzelfällen findet eine Versorgung auch für Menschen außerhalb des Kreises Wesel statt.

Auftrag

Das Wohnheim Haus Alia ist eine Einrichtung zur stationären Betreuung. Konzeptioneller Auftrag ist es, durch individuelle Betreuung psychisch kranken Menschen eine Wiedereingliederung nach § 53 f. SGB XII zu ermöglichen. Durch ein vertrauensvolles und respektvolles Miteinander soll das Haus Alia ein wirkliches Zuhause bieten. Neben der nötigen Grundversorgung besteht ein konstantes, verlässliches Beziehungsangebot, basierend auf dem Respekt vor dem Menschen, Akzeptanz und Wertschätzung des Anderen beziehungsweise seines Anderssein. Durch das Schaffen einer vertrauensvollen Basis sollen gemeinsam neue Lebensperspektiven entwickelt und das Erschließen neuer sozialer Räume gefördert werden. Hierzu bedarf es der Erlangung einer weitgehenden diagnostischen Klarheit der psychischen Erkrankung /Abhängigkeitserkrankung sowie einer medikamentösen Behandlung unter Berücksichtigung von Kompetenz und Compliance.

Des weiteren sollen Bewältigungsstrategien für psychische und soziale Konflikte gemeinsam erarbeitet und die Erlangung, Erhaltung und Förderung der Eigenständigkeit und der lebenspraktischen Fähigkeiten gewährleistet werden. Konzeptioneller Bestandteil des Hauses Alia ist es, den Menschen keine Abstinenz vorzuschreiben. Vielmehr findet jeder Bewohner Unterstützung in Einzelgesprächen mit den Mitarbeitern des Hauses. Psychisch erkrankte Menschen mit zusätzlicher Abhängigkeit finden zudem Unterstützung durch gemeinsame individuelle Absprachen,inwieweit und wie der eigene Konsum von Suchtmitteln reduziert werden kann. Hierbei arbeitet das Haus Alia bei Bedarf mit der hiesigen Drogenberatunsstelle zusammen.

 

Zielgruppe

Der angesprochene Personenkreis umfasst Erwachsene mit schwerer psychischer Erkrankung und schwierigen Lebenskonzepten, die bisher keinen Zugang zu anderen psychosozialen Hilfsangeboten gefunden haben bzw. halten konnten. Dazu zählen:

  • „schwierige, nicht wohnheimfähige“ psychisch kranke Frauen und Männer

  •  Menschen mit zusätzlicher Sucht- und/oder Obdachlosenproblematik

  •  „Drehtür-Patienten-/innen

  •  Menschen mit hohem Autonomiebedürfnis, die aber ohne Hilfen nicht leben können

  •  Behandlungsunwillige / krankheitsuneinsichtige Menschen

  •  Menschen mit starken, störenden Verhaltensauffälligkeiten


Diese Menschen haben häufig schlechte Erfahrungen mit Einrichtungen aus dem psychiatrischen Bereich gemacht. Sie sind daher zunächst misstrauisch, eine Kontaktaufnahme gestaltet sich anfänglich meist schwierig. Außerdem ist ist oftmals das Einfügen in Gruppen und das Zurückstellen eigener Bedürfnisse problematisch.

Aufnahmebedingungen

Aufnahme findet der oben erwähnte Personenkreis, deren psychische Erkrankung seitens eines Facharztes diagnostiziert ist. Das Haus Alia gibt keine Aufenthalts- und Altersbegrenzung vor. Grundsätzlich bedarf es eines aktuell erstellten Hilfeplanes, nicht älter als sech Monate sein darf.
Keine Aufnahme finden Menschen, deren durchgehende Selbst- bzw. Fremdgefährdung eine geschlossene Unterbringung erforderlich macht, sowie Menschen, die zum Zeitpunkt der Aufnahme in Pflegestufe II eingestuft oder dauerhaft pflegebedürftig sind.
Bei jungen Menschen mit einem hohen Nachreifungsbedarf stoßen wir konzeptionell an unsere Grenzen. Eine individuelle Betrachtung behalten wir uns jedoch vor.

Aufnahmeverfahren

Mit jedem Bewerber wird ein Informationsgespräch geführt. Die Aussagen des Bewerbers wie auch der meist mit anwesenden gesetzlichen Betreuer/innen oder Angehörigen werden schriftlich festgehalten. Informationen wie etwa Arztberichte, Entwicklungsberichte oder ein fertiggestellter Hilfeplan können vorab geschickt oder zum Termin mitgebracht werden. Der wie in den Aufnahmebedingungen oben erwähnte aktuelle Hilfeplan muss dem Kostenträger vorgelegt werden. Danach erhält der Aufzunehmende einen Termin zur Hilfeplankonferenz. Die Hilfeplankonferenz ist das zuständige Entscheidungsgremium für den Hilfebedarf des jeweiligen Antragstellers, unter anderem zur stationären Aufnahme. Zuständig für die Erteilung einer Kostenzusage, beziehungsweise Kostenübernahme zur stationären Aufnahme ist der jeweilige Landschaftsverband als Kostenträger. In dringenden Fällen kann bei freien Wohnheimplätzen im Einzelnen ein Eilverfahren zur beschleunigten Aufnahme angestrebt werden. Sofern eine direkte Aufnahme nicht möglich ist, wird der Bewerber auf einer Warteliste geführt. Diese Warteliste wird seitens des Hauses Alia halbjährlich aktualisiert.

Mitarbeiter des Hauses Alia

Entsprechend den Anforderungen fordert das Haus Alia MitarbeiterInnen mit einem hohen Maß an Belastbarkeit, um „herausfordernde“ Verhaltensweisen aushalten zu können. Sie müssen über Empathie, Kongruenz, Frustrationstoleranz und über große „menschliche Kompetenz“ verfügen.
Das multiprofessionelle Team besteht aus einer gemeindepsychiatrischen Fachkraft, einer Familienpflegehelferin, einer Ergotherapeutin und einem Lebensbegleiter mit naturheilpraktischer Ausbildung.

Inhaltliche Arbeit

Die Mitarbeiter des Hauses Alia stehen den Bewohnern als Ansprechpartner rund um die Uhr zur Verfügung. Sie bieten die Möglichkeit zur Orientierung und Beratung bei individuellen Problemen und Unterstützung bei der Entwicklung und Verwirklichung neuer Lebensperspektiven.
Begleitung wird im gesamten lebenspraktischen Bereich angeboten, dazu gehören die Entwicklung, Erhaltung und Förderung einer sinnvollen Tagesstruktur, hauswirtschaftliche Hilfestellungen, sinnvolle Freizeitgestaltung, Unterstützung beim Umgang mit Ärzten, Behörden und Ämtern.
Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Beschäftigungs- und Arbeitsbereich des Hauses Vivaldi und der Werkstatt für behinderte Menschen von Spix, um sowohl tagesstrukturierende Angebote, eine Vorbereitung auf weiterführende Arbeitsmaßnahmen, als auch eine Eingliederung in den Arbeitsprozess zu ermöglichen.
In allen Bereichen gilt es, Strukturen nicht vorzugeben, sondern gemeinsam mit dem jeweiligen Bewohner zu entwickeln.

Tages- und Wochenstruktur

Nach individuellen Absprachen mit jedem Einzelnen werden alle Bewohner in alle anfallenden häuslichen Arbeiten, wie Koch- und Küchendienst, Wäsche waschen und Appartementreinigung sowie in anfallenden Arbeiten rund ums Haus je nach Fähigkeit und Belastbarkeit eingebunden. Da die Versorgung nicht über eine Großküche läuft, organisieren und gestalten die Mitarbeiter mit den Bewohnern den Einkauf wie auch die angebotenen Mahlzeiten. Zudem werden die Bewohner bezüglich eines Besuches des Beschäftigungs- und Arbeitsbereiches des Hauses Vivaldi, bzw. einer Wiedereingliederung in das Arbeitsleben zum Beispiel in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) gefördert.

Arbeits- und Beschäftigungsbereiche

Sowohl tagesstrukturierende Angebote als auch die Vorbereitung auf weiterführende Arbeitsmaßnahmen finden die Bewohner des Hauses Alia in der Möglichkeit, den Beschäftigungs- und Arbeitsbereich des Hauses Vivaldi, täglich montags bis donnerstags von 8.30 Uhr bis maximal 15.00 Uhr und freitags von 8.30 Uhr bis 13.30 Uhr zu besuchen.
Nach einer individuellen Betrachtung der Fähig- und Fertigkeiten, der Schul- und Berufsausbildung sowie der Belastungsgrenze eines jeden Einzelnen wird seitens des Hauses Alia eine mögliche Eingliederung in den Arbeitsprozess gefördert, z.B. WfbM, Berufsbildungszentrum oder Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt.

Freizeitangebote

Das Haus Alia bietet auch mit Freizeitangebote die Teilhabe am „normalen gesellschaftlichem Leben“.
Es verfügt zunächst einmal über einen großen Garten, zu dessen Pflege und Gestaltung Interessierte in ihrer Freizeitbeschäftigung übernehmen können. Ebenso können Bewohner bei der Mitgestaltung der eigenen Räume wie auch der Gemeinschaftsräume ihre Freizeit verbringen.
Einige weitere freizeitgestaltende Angebote sind die Benutzung des Fernsehers mit DVD, Internet, Schwimmen, Joggen, Kinobesuche, Disko- und Kneipenbesuche mit Kickern und Billardspielen, Radtouren, Schlittschuhlaufen, Bummeln, Eisessen, Spiele und mehr.
Quartalsweise finden auch ganztägige Ausflüge statt.
Jährlich wird eine sieben- bis zehntägige Ferienfreizeit im In- oder Ausland angeboten.

Kontakt

 

Franz Niederstraßer
Leitung: F. Niederstrasser
Salzwedeler Straße 23-25
46483 Wesel
(Standort auf Google Maps anzeigen)

Tel.: 0281 - 1 63 38 06
Fax: 0281 - 1 63 38 07
f.niederstrasser@spix-ev.de